AKTUELLES

Trinkwasserversorgung Update 2: Zur aktuellen Entwicklung vor der Veranstaltung mit Herrn Carl vom Trinkwasserverband in der Harsefelder Eissporthalle am Montag, dem 19. Juli um 18:00 Uhr

Auch im Sommer 2021 zeigen sich sowohl im Flecken Harsefeld als auch in anderen Orten der Samtgemeinde die bekannten Wasserdruckprobleme, obwohl der TWV Stader Land seit unserem letzten Update einige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation umgesetzt hat. Daher hat der Geschäftsführer des TWV in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt und Verkehr des Flecken Harsefeld vom 29.06.2021 zur Problematik Stellung bezogen und Fragen beantwortet. Die dort gezeigte Beamer-Präsentation fügen wir zu Ihrer Information bei. Interessant bei dieser Beamer-Präsentation ist die Darstellung des Vordruckes, des Durchflusses und des Netzdruckes am 13., 17. und 25.06., insbesondere des Vordruckes am 17.06.2021 von 19:30 bis 22:30.

Am 29.06.2021 berichtete Herr Carl u.a. über folgende Aktivitäten.

1. Der Trinkwasserspeicher soll nicht 2021, sondern 2022 in Betrieb genommen werden und am Butendiek errichtet werden. Ein weiterer Trinkwasserspeicher soll in Apensen errichtet werden.

2. Mit dem Austausch der als „Nadelöhr“ bezeichneten DN 300-Leitung am Brandenweg (in Richtung Butendiek) durch eine 400er Leitung soll ab August dieses Jahres begonnen werden.

3. Die Leitung entlang der K26n wurde vom Klingenberg bis zur Griemshorster Straße verlängert.

4. Die Leitung im Schuldamm in Ahrensmoor ist bereits verlegt worden.

5. Die Erneuerung der Leitungen von Harsefeld nach Ahlerstedt soll anlässlich des Radwegebau erfolgen:

    a) Von Harsefeld nach Hollenbeck voraussichtlich 2022;
    b) Von Hollenbeck nach Ahlerstedt voraussichtlich 2023;
    c) Von Ahlerstedt nach Klethen (Ringschluss) voraussichtlich im Anschluss an a) und b);
    d) Von Klethen nach Ahrenswohle und Ahrensmoor voraussichtlich im Zusammenhang an c).

Um allen Bürgern der Samtgemeinde Harsefeld einen aktuellen Überblick zu verschaffen, findet am Montag, dem 19.07.2021 um 18:00 Uhr in der Eissporthalle eine weitere Informationsveranstaltung statt.

In unserem Update 1 hatten wir Sie über unseren Fragenkatalog an den TWV informiert. Die uns hierzu mitgeteilten Antworten von Anfang November 2020 möchten wir Ihnen nachstehend zur Kenntnis geben. Unsere Fragen sind nachstehend in Fettdruck, die Antworten von Herrn Carl in normaler Schrift dargestellt.

 


 

Sehr geehrter Herr Paulsen,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

1. Trinkwasserspeicher

a) Hat der Trinkwasserverband entschieden, in Harsefeld einen Trinkwasserspeicher zu errichten?

a. ln Harsefeld soll ein Trinkwasserspeicher errichtet werden.

b) Welche Kapazität soll der Speicher haben?

b. Der Speicherinhalt soll 1000 — 1500 m3 betragen.

c) Können Speicher, Pumpen und sonstige Technik für den Fall eines künftigen weiteren Bedarfes für Erweiterungen geplant und dimensioniert werden?

c. Eine Pumpstation „Im Butendiek" ist vorhanden. Die Anlage wurde bereits erweitert. Möglichkeiten für weitere Ertüchtigungen sind vorhanden.

d) Wann sollen Bau und lnbetriebnahme des Speichers erfolgen und durch welche Hindernisse kann sich der Zeitplan verzögern?

d. Die Inbetriebnahme soll in 2021 erfolgen.

e) Auf dem Weg vom Butendiek bis zum Neubaugebiet Am Redder gehen durch den Höhenunterschied 3,6 bar Wasserdruck verloren. Werden die durch den Höhenunterschied bedingten Druckprobleme durch den Bau des Speichers beseitigt, wenn dieser

  • i) Beim Klärwerk „Am Butendiek" (11 m über NN) gebaut wird?
    Ja.
    Probleme entstehen nur bei extremen Spitzenabgaben, in diesem Jahr am Pfingstwochenende. Das Problem ist daher nicht der Höhenunterschied, sondern die Spitzen. Diese werden durch einen Behälter abgemildert.
  • ii) Auf einem vom Flecken angebotenen, in etwa auf der Höhe des Neubaugebietes „Am Redder" im neuen Gewerbegebiet Griemshorster Straße liegenden Grundstück (41 m über NN), gebaut wird?
    Nicht zielführend, da dann eine Zonentrennung erfolgen müsste, was weder sinnvoll noch notwendig wäre. Es wäre dann der Bau einer zusätzlichen Drückerhöhung erforderlich, da es bei den vorhandenen Höhenverhältnissen (anders als bei einem Hochbehälter) nicht möglich wäre, den Behälter im freien Auslauf zu entleeren.

iii) lst der Speicher für die Versorgung des gesamten Ortes erforderlich, obwohl die Wasserdruckprobleme insbesondere in dem Neubaugebiet Am Redder mit dem Höhenunterschied begründet werden?

Die gesamte Ortslage profitiert dann von dem Speicher. Zusätzliche Druckerhöhungsstationen könnten dann immer noch gebaut werden (aus meiner Sicht z. Zt. nicht erforderlich).

iv) Welche Infrastrukturmaßnahmen wären bei Bau des Speichers im Gewerbegebiet Griemshorster Straße erforderlich?

iv. Es wäre eine Zonentrennung sowie der Bau einer weiteren Druckerhöhung erforderlich.

v) Welche Vorteile würden sich durch den Bau des Speichers für das Neubaugebiet Am Redder sowie die Gewerbegebiete Weißenfelde, Griemshorster Straße und künftige in Richtung Griemshorst angrenzende Gewerbegebiet ergeben und welche Kosten würden für die Durchführung der Infrastrukturmaßnahmen anfallen?

v. So wie ich lhre Frage verstehe, bieten sich keine Vorteile, sondern nur Nachteile. Deshalb ist hier natürlich auch keine Kostenschätzung erfolgt. lch verweise auf Punkt 11.

vi) lst es sinnvoll, den Speicher wie beim Speicher in Neufahrn http://www.kreis-freising.de/fileadmin/user_upload/Aemter/Energiewende/Startseite/Aktivitaeten/Ausstellung__Energieerzeugende_Anlagen_aus_dem_Landkreis_Freising/Wasser/Wasserversorgung_Neufahrn.pdf kostengünstig mit Nachtstrom zu befüllen, wenn der Speicher

  1. Beim Klärwerk „Am Butendiek (11 m über NN) gebaut wird?
  2. Auf dem vom Flecken angebotenen Grundstück im neuen Gewerbegebiet Griemshorster Straße gebaut wird

vi. Wasserspeicher werden grundsätzlich möglichst nachts gefüllt und tagsüber entleert, denn genau das führt zu einer „Kappung" der Spitzen. Der Standort ist hierbei völlig irrelevant. Die HT/NT - Regelung gibt es meiner Kenntnis nach nicht mehr.

 

2. Bau neuer Trinkwasserleitungen

a) Entlang der K26n wurde von der Buxtehuder Straße bis zur Straße „Auf dem Klingenberg bereits eine Wasserleitung verlegt, die den zusätzlichen Bedarf in den Gewerbe- und Neubaugebieten südlich der K26n abdecken sollte.

Hat der Trinkwasserverband entschieden, die Leitung bis zur Griemshorster Straße zu verlängern, in der Griemshorster Straße eine Druckerhöhungsstation zu bauen und wann sollen diese Maßnahrnen ggf. durchgeführt werden?

a. Die Leitung wird bis zur Griemshorster Straße durchverbunden. Die Arbeiten sind im Zusammenhang mit der Erschließung des Gewerbegebietes bereits begonnen worden. lnbetriebnahme ist Anfang 2021. Eine Druckerhöhungsstation ist angedacht, wird aber im ersten Schritt nicht notwendig sein.

b) Hat der Trinkwasserverband entschieden, im Zusammenhang mit der Erweiterung des Wasserwerkes Dollern neue Leitungen von Harsefeld über Hollenbeck und Ahlerstedt nach Klethen, Ahrenswohlde und Ahrensmoor zu verlegen und wann sollen diese Leitungen ggf. verlegt werden?

b. Über die Erneuerung der Leitung zwischen Harsefeld und Klethen wurde bereits entschieden, weil hier noch hydraulisch wenig leistungsfähige alte Gussleitungen liegen. Eine Auswechselung ist sehr aufwändig und ist in mehreren Schritten bis 2025 geplant. Sollten hier allerdings durch den Straßenbaulastträger Arbeiten vorgesehen sein (Stichwort Radweg), könnten die Arbeiten sich auch beschleunigen.

c) Hat der Trinkwasserverband entschieden, die Leitung von Klethen über Ahrenswohlde nach Ahrensmoor auszutauschen und wann soll dieser Austausch ggf. durchgeführt werden?

c. Die Entscheidung über die Verbindung wurde bereits getroffen. Die Umsetzung soll voraussichtlich 2023/2024 erfolgen.

d) Hat der Trinkwasserverband entschieden, in Ahrensmoor im Bereich Schuldamm eine Leitung zu verlegen und wann soll die Leitung ggf. veriegt werden?

d. Die Leitung in Ahrensmoor, Schuldamm ist verlegt und bereits in Betrieb.

e) Während der Ratssitzung am 20.07.2020 erklärte der Wasserleitungsverband, vom Bau einer Druckrohrleitung von Heinbokel nach Harsefeld Abstand nehmen zu müssen, weil die Angebotskosten deutlich zu hoch waren.

  • i. Warum wurde der Bau einer Leitung nicht erneut —ggf. modifiziert ausgeschrieben?
  • ii. Warum wurde keine für die Wasserversorgung der Samtgemeinde Harsefeld gleichwertige Maßnahme durchgeführt und welche Maßnahme wäre gleichwertig gewesen?

e. Eine Transportleitung zwischen dem Versorgungsnetz Heinbockel, vom Rüstjer Forst bis „Im Butendiek" in Harsefeld ist gebaut worden und in Betrieb, d.h. Harsefeld wird tagsüber bereits jetzt über Heinbockel versorgt. Nicht zum Bau kam eine Umgehungsleitung von Fredenbeck bis zum Rüstjer Forst. Anlass hierfür waren allerdings teilweise Beschwerden aus dem Raum Deinste/Helmste über zu geringe Drücke in Spitzenzeiten. Diese Leitung ist überflüssig geworden, da zum einen die Ortsdurchfahrt in Fredenbeck (K1) erneuert wird und zum anderen die Wasseraufbereitung in Dollern umfangreich erneuert wird. Harsefeld soll mittelfristig wieder über Dollern versorgt werden.

 

3. Weitere Maßnahmen in der Samtgemeinde Harsefeld

Welche weiteren, der Versorgungssicherheit und der Gewährleistung des erforderlichen Trinkwasserdrucks dienenden Maßnahmen soll in der Samtgemeinde Harsefeld wann durchgeführt werden?

Wie bereits erwähnt, muss die Aufbereitung im Wasserwerk Dollern umfangreich erweitert werden, was Investitionen von etwa 12 Millionen EUR, verteilt über 4 Jahre, erfordert. Parallel plant der Verband den Bau eines 4. Wasserwerkes im Raum Aspe. Voruntersuchungen hierzu haben bereits begonnen. Allerdings dauert in Deutschland der Bau eines Wasserwerkes von der Vorplanung bis zur Inbetriebnahme etwa 20 (!) Jahre.

Diese Maßnahmen dienen der langfristigen Versorgungssicherheit im gesamten Landkreis Stade, unter Berücksichtigung der möglichen zukünftigen Entwicklungen (z.B. Elbquerung), und nicht nur Harsefeld. Ich bin gerne bereit die geplanten Maßnahmen noch mal im Hause der Samtgemeinde Harsefeld persönlich zu erörtern. Natürlich stehe ich für Rückfragen auch gerne telefonisch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Fred Carl
Geschäftsführer
Trinkwasserverband Stader Land

 


 

Nach der Beantwortung unserer Fragen und der anschließenden Diskussion der Problematik im Samtgemeindeausschuss haben wir unseren Antrag in der Sitzung des Samtgemeindeausschusses vom 09.11.2020 zurückgenommen.

Wir sind gespannt, ob und ggf. welche weiteren Neuigkeiten Herr Carl uns am Montag in der Eissporthalle präsentieren wird.