AKTUELLES

BÜRGERLICHE wollen Wachstumsbremse für Harsefelder Neubaugebiete - Was bisher geschah

Der Flecken Harsefeld ist in den letzten Jahren weniger wegen des Bauplatzbedarfes seiner Einwohner, sondern überwiegend wegen der Befriedigung der überörtlichen Nachfrage nach günstigen Bauplätzen überproportional gewachsen. Bauland wird vielerorts knapp und teuer, insbesondere im „Speckgürtel“ der Großstädte und mittlerweile auch in Harsefeld. Die BÜRGERLICHEN lehnen ein weiteres schnelles - mit Folgeinvestitionen in die Infrastruktur verbundenes - Wachstum bis zur deutlichen Verbesserung unserer Verkehrsinfrastruktur entschieden ab. Bauen sollen unsere Einwohner dennoch können.

Am 07.05.2020 hat der Landkreis Stade die am 12.03.2020 vom Samtgemeinderat beschlossene 21. Änderung des Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde Harsefeld genehmigt. Wir hatten schon am 21.03.2020 darüber berichtet, dass CDU, SPD und FWG die Änderungen des Flächennutzungsplanes durchgewinkt hatten. Im Samtgemeinderat hatten wir uns vergeblich gegen die Umwandlung des landwirtschaftlich genutzten Änderungsbereiches Nr. 26 „Östlich der K-26n“ zur Größe von 73,3 ha in Wohnbauflächen gewehrt, weil diese Fläche der Existenzsicherung unserer Landwirte dient. Unser Antrag auf Reduzierung des Änderungsbereiches 26 um die Wohnbauflächen, so dass nur noch 2,1 ha als urbanes (Misch-) Gebiet für Gewerbe und Wohngebäude entlang der Buxtehuder Straße verblieben wären, wurde mit 6 Stimmen dafür bei 21 Gegenstimmen und 1 Enthaltung abgelehnt. Gegen die Änderung der 8,2 ha großen Landwirtschaftsfläche Nr. 24 „Östlich des Brakenweges“ zur Wohnbaufläche hatten wir keine Einwände.

Beschlossen wurde ebenfalls, die Änderung der verbleibenden Flächen einschließlich

  • der Landwirtschaftsflächen Nr. 26 „Östlich der K-26n“ (restliche 31 von 73 ha) und

  • Nr. 25 „Nördlich Ebenkamp/Westlich der K-26n“ zur Größe von 2,1 ha zu Wohnbebauungsflächen

bei künftigen Änderungen des Flächennutzungsplans weiter zu verfolgen.

Gebaut werden kann im Flecken Harsefeld weiterhin. Sobald der Flecken die 8,2 ha große Fläche Nr. 24 „Östlich des Brakenweges“ und nach der geplanten 22. Änderung des Flächennutzungsplans die 2,1 ha große Fläche Nr. 25 „Ebenkamp/Westlich der K-26n“ erworben und Bebauungspläne aufgestellt hat, können auf insgesamt 10,3 ha Wohnungen für ca. 600 Einwohner errichtet werden. Darüber hinaus wollen wir, dass die Errichtung weiterer Wohnhäuser durch Nachverdichtungsmaßnahmen und die Ersetzung älterer durch neue Häuser mit hoher Energieeffizienz planungsrechtlich gefördert wird.

Seinerzeit hatte unser damaliger Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann argumentiert, die Ausweisung der Landwirtschaftsflächen bedeute noch lange nicht, dass dort auch gebaut werde. Denn dafür müsse der Flecken Harsefeld die im Flächennutzungsplan neu ausgewiesenen Flächen erst erwerben und sodann Bebauungspläne aufstellen.

Aber nur vier Monate nach dem Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans vom 12.03.2020 beschloss der Ausschuss des Flecken Harsefeld für Bau, Umwelt und Verkehr am 14.07.2020, den Bebauungsplan (B-Plan) Nr. 105 „Harsefeld-Ost/südl. Buxtehuder Straße“ aufzustellen.

Es handelt sich hierbei um eine ca. 3,3 ha große, an die Buxtehuder Straße angrenzende Teilfläche der Fläche Nr. 26 östlich der K-26n. Eine an die Buxtehuder Straße angrenzende, ca. 1,3 ha große Fläche ist im Flächennutzungsplan als urbanes Gebiet für die Bebauung mit Wohn- und Gewerbegebäuden ausgewiesen. Die daran bis zur geplanten Verlängerung der Gotenstraße angrenzende, ca. 2,1 ha große, Fläche ist im Flächennutzungsplan für die Bebauung mit Wohngebäuden vorgesehen und an drei Seiten von aktiv landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben. Konflikte zwischen den Häuslebauern und den Landwirten sind naturgemäß vorprogrammiert, wenn die Häuslebauer auf Ihrer Terrasse sitzen und die Landwirte unter Volllast an der „Wohnbebauungsinsel“ ihrer Landwirtschaftsfläche vorbeifahren. Wie die Erschließung mit der Straßenanbindung des Grundstückes an die Buxtehuder Straße erfolgen soll, erschließt sich uns ebenfalls nicht.

Gleichwohl hat der Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr am 14.07.2020 mit 9 Ja- bei 4-Neinstimmen für die Aufstellung des B-Planes gestimmt. Für die Aufstellung stimmten alle Ausschussmitglieder der FWG. Die Ausschussmitglieder der CDU und SPD stimmten ebenfalls mit Ausnahme jeweils eines Mitgliedes für den Antrag. Lediglich ich für die BÜRGERLICHEN und das Ausschussmitglied der Grünen stimmten gegen den Antrag.

SPD, CDU und FWG haben in der „Ära Schlichtmann/Ospalski“ Harsefeld mit Baugebieten „zugebaut“, ohne die Verkehrsinfrastruktur zu berücksichtigen. Die Abstimmung vom 14.07.2020 zeigt jedoch, dass es auch im neuen Rat so weitergehen wird, falls es uns nicht gelingen sollte, diese Fehlentwicklung zu bremsen.

Wir werden bezüglich des B-Planes 105 „Harsefeld Ost/südl. Buxtehuder Straße im neuen Rat beantragen,

  • die 2,1 ha Wohngebäudefläche gegen andere, als urbanes Gebiet ausgewiesene Flächen an der Buxtehuder Straße zu tauschen und

  • den Beschluss zur Aufstellung eines B-Planes für die als Wohngebiet ausgewiesenen 2,1 ha aufzuheben.

Durch einen Flächentausch mit bislang nicht verkaufswilligen Eigentümern könnten wir eine Zersiedelung der hinter der urbanen Fläche liegenden Landwirtschaftsflächen verhindern und eine größere, für Handel und Gewerbe besonders attraktive Fläche an einer von Harsefelds Ortseingangsstraßen erhalten.

Unser Kandidat für den Rat des Flecken Harsefeld und den Samtgemeinderat Eckard Jens wird im Beitrag „BÜRGERLICHE wollen Wachstumsbremse für Harsefelder Neubaugebiete - Wie sollte sich der Flecken Harsefeld entwickeln?“ weitere Ausführungen zum Thema machen.