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Gängelung der Autofahrer? Beschluss über den Umbau der Kleinen Gartenstraße zur Einbahnstraße aufheben!

Die BÜRGERLICHEN sind für Verbesserungen des Radverkehrs - insbesondere für unsere Schüler. Den vom Rat des Flecken Harsefeld als Teil des Radverkehrskonzeptes beschlossenen, sehr teuren Umbau der Kleinen Gartenstraße zur Einbahnstraße mit einem breiten Fahrradweg und der Verlegung des Fahrradweges der Meybohmstraße lehnen wir ab.

Am 04.07.2019 beschloss der Rat des Flecken Harsefeld auf der Grundlage eines Gutachtens der Firma ARGUS ein Radverkehrskonzept, das teilweise bereits umgesetzt wurde. Einige durch notwendige umfangreiche Baumaßnahmen kostenintensive Vorhaben stehen noch aus. Hierzu zählt auch ein Umbau der Kleinen Gartenstraße. Die Firma ARGUS schlug im Interesse der Radfahrer, insbesondere der aus Richtung Bahnhof zur Rosenborn-Schule fahrenden Schüler, vor,

  • die Kleine Gartenstraße (Foto 1) zur Einbahnstraße in Richtung Friedrich-Huth-Straße umzugestalten;

  • einen in beide Richtungen zu nutzenden Radweg zu bauen;

  • den vorhandenen Radweg der Meybohmstraße auf die andere Straßenseite zu verlegen, so dass ein durchgehender Radweg zwischen der Rosenbornschule und der Friedrich-Huth-Straße entsteht (Foto 2);

  • den Schulbusverkehr über die Herrenstraße umzuleiten.

 

Die Auswirkungen auf den fließenden Verkehr bewertete die ARGUS als „Entlastung“ durch den Entfall der Linksabbieger (von der Friedrich-Huth-Straße). Wir sind von über diesen Beschluss verärgerte Nachbarn angesprochen worden und meinen, dass ARGUS die Auswirkungen auf den fließenden Verkehr falsch bewertet hat. Deshalb werden wir im neu gewählten Rat beantragen, den Beschluss vom 04.07.2019 aufzuheben.

Warum?

1. Verschiebung der Abbiegevorgänge zur Herrenstraße über den Verkehrskreisel Friedrich-Huth-Straße

Insbesondere LKW und Busse werden über den Verkehrskreisel Friedrich-Huth-Straße in die Herrenstraße und von dort aus in die Große Gartenstraße abbiegen. Für alle Schulbusse und die Busse der Firma Reese bedeutet das einen Umweg von ca. 500 m. Im Bereich der Einmündung der Großen Gartenstraße in die Herrenstraße haben wir bereits jetzt insbesondere während der Harsefelder Hauptverkehrszeiten folgende Verkehrsstaus:

  • Verkehrsstaus auf der Herrenstraße, weil die von der Herrenstraße in die Große Gartenstraße abbiegenden Fahrzeuge den Vorrang des Gegenverkehrs beachten müssen und

  • Verkehrsstaus auf der Großen Gartenstraße, weil die Linksabbiegerspur für den Verkehr Richtung Stade vor einiger Zeit abgeschafft wurde und die aus der Großen Gartenstraße nach links und rechts abbiegenden Fahrzeuge den Vorrang des Verkehrs auf der Herrenstraße beachten müssen (Foto 3 ohne Stau).

Es liegt auf der Hand, dass die Fahrzeuge durch die Umwege und Staus einen deutlich höheren Kraftstoffverbrauch haben und die Umwelt deutlich mehr belasten.

 

2. Verschiebung von Abbiegevorgängen in die hinter dem Bahnübergang liegende Einbahnstraße Am Wieh

Viele nach links in die Straße „Am Wieh“ abbiegende Fahrzeuge halten im Bereich des Bahnüberganges, um den Gegenverkehr durchzulassen. Dadurch bilden sich im Bereich des Bahnüberganges Rückstaus an einem unserer problematischsten Verkehrsknotenpunkte. Die Straße Am Wieh wird bereits jetzt als „schneller Schleichweg“ genutzt. Die Gefahrenlage an der unübersichtlichen Kurve der Straße würde sich bei der Umgestaltung der Kleinen Gartenstraße zur Einbahnstraße durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erheblich steigern.

 

3. Faktisches Halte- und Parkverbot in der Kleinen Gartenstraße

Nach dem Umbau zur Einbahnstraße wäre die Fahrbahn nur noch 4,0 m breit (siehe obere Grafik „Beschlossene Gestaltung der Kleinen Gartenstraße“). Gem. § 12 Abs.1 StV0 ist das Halten (und damit auch das Parken) an engen Straßenstellen unzulässig. Eng ist eine Straßenstelle in der Regel, wenn der zur Durchfahrt insgesamt freibleibende Raum für ein Fahrzeug höchstzulässiger Breite (2,55 m) zuzüglich 50 cm Seitenabstand - also 3,05 m - bei vorsichtiger Fahrweise nicht ausreichen würde. Auf die wirkliche Breite des behinderten Fahrzeuges kommt es dabei nicht an. Bei der beschlossenen Gestaltung der Kleinen Gartenstraße (s.o.) dürften bei einer Straßenbreite von 4,0 m nur noch Fahrzeuge mit einer Breite von 0,95 m am rechten Straßenrand halten und parken. Bereits im März 2019 waren 70 % aller neu zugelassenen Autos breiter als 2,00 m (Quelle: https://www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/unterwegs/autobreiten-in-der-baustelle/).

Der ADAC wies zutreffend darauf hin, dass nicht die in den Fahrzeugpapieren genannte Breite, sondern die Breite einschließlich der Außenspiegel maßgeblich ist.

Nach der Umsetzung der beschlossenen Einbahnstraßenregelung besteht also ein faktisches Halte- und Parkverbot für fast alle Fahrzeuge. Warum faktisch? Rechtlich dürften sehr kleine PKW und Motorräder halten und parken, soweit sie mit eingeklappten Spiegeln nicht breiter als 0,95 m sind.

 

4. Einseitige Berücksichtigung der Interessen des Radverkehrs

Selbstverständlich liegen uns die Sicherheit des Radverkehrs und die Sicherheit unserer Schüler besonders am Herzen. Wir haben aber den Eindruck, dass die Firma ARGUS einseitig die Interessen des Fahrradverkehrs berücksichtigt hat. Weniger berücksichtigt wurden

  • die Interessen der Einwohner der Kleinen Gartenstraße, mit ihren Fahrzeugen weiterhin am Straßenrand halten und parken zu können;

  • die Interessen der - auch aus beruflichen Gründen - auf ihren PKW, LKW oder Bus angewiesenen Verkehrsteilnehmer und die vermeidbare Belastung der Umwelt durch Umwege und Staus.

 

5. Lösungsmöglichkeiten

Von ARGUS im Bürgerworkshop vorgeschlagene und abgelehnte Alternative:

  • Einrichtung Tempo 30 in der Kleinen Gartenstraße, Fahrrad-Piktogramme auf die Fahrbahn

  • Optional: Geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen

Alternativvorschlag der BÜRGERLICHEN: Den gesamten Radverkehr über die Straße Am Wieh führen:

  • Die Straße Am Wieh ist bereits jetzt im ARGUS-Gutachten als „Hauptnetz mit übergeordneten Zielen ausgewiesen und wird von Radfahrern rege in Anspruch genommen“.

  • Die vom Bahnhof zur Rosenbornschule fahrenden Schüler könnten über die Fußgängerampel beim Bahnübergang in die Straße Am Wieh, von dieser in die Große Gartenstraße und von dieser
    - über den Weg zu den Klosterteichen und einem zwischen dem „Haus am Rosenborn“ und dem Zaun des Sportplatzes neu zu errichtenden Weg oder
    - über die derzeitige Baustraße neben der Sporthalle (siehe Foto 4)
    zur Schule fahren.

  • Zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sollten in der Straße Am Wieh im Bereich der Kurve geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen umgesetzt werden. Im Bereich der Überquerung der Großen Gartenstraße sollte eine auch für die im „Haus Am Rosenborn“ wohnenden Senioren und die Besucher des Klosterparks hilfreiche Schlafampel installiert werden.

 

Diese Vorschläge sind nach unserer Auffassung

  • weniger kostenintensiv,

  • belasten die Einwohner der Kleinen Gartenstraße nicht mit Halte- und Parkverboten,

  • vermeiden neben den geschilderten zusätzlichen Verkehrsbelastungen aufwendige Baumaßnahmen und

  • berücksichtigen das bereits bestehende Radwegenetz im vollen Umfang.