AKTUELLES

Ärzteversorgung in Harsefeld

Am 20.02.2020 hat der Rat des Flecken Harsefeld Folgendes beschlossen:

Der Rat beschließt, auf dem ehemaligen ALDI-Gelände ein Gesundheitszentrum zu schaffen. Das Gesundheitszentrum beinhaltet Räume für 5 Arztpraxen, Apotheke, Sanitätsfachgeschäft, Café, Sozialstation Geest und Wohnungen im 1. und 2. Obergeschoss. Die vorgestellte Planung ist die Grundlage für die nachfolgenden Arbeiten, wie die Anwerbung von Ärzten, aber auch eine Vorbereitung der Entscheidung zur Trägerschaft der Maßnahme. Sollte die Anwerbung von Ärzten nicht erfolgsversprechend sein, soll ein Betreiber eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) angeworben werden. Die weiteren Entscheidungen zu den Details werden dem Verwaltungsausschuss übertragen.

Wir haben weitergehend beantragt, die Festlegungen auf 5 Arztpraxen durch die Formulierung „5 Arztpraxen und/oder ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ)“ zu ersetzen. Unser Antrag wurde von den anderen Fraktionen abgelehnt. Unser Antrag war jedoch wichtig, um Fachärzte und Hausärzte für Harsefeld zu gewinnen.

Denn nach den gesetzgeberischen Vorgaben stellt die Beschäftigung von Fachärzten in einem MVZ die einzige realistische Möglichkeit dar, das fachärztliche Angebot in Harsefeld zu erweitern und vor allem unseren älteren Mitbürgern lange Fahren zu auswärtigen Fachärzten zu ersparen.

Insbesondere junge Ärztinnen und Ärzte scheuen heute die Selbstständigkeit, aber auch ältere Hausärzte ziehen oftmals nach Jahren der selbstständigen Praxistätigkeit eine reduzierte Tätigkeit im Angestelltenverhältnis in Betracht. Für beide Gruppen bietet ein MVZ ideale Möglichkeiten um sie für Harsefeld zu gewinnen.

Durch die Ablehnung unseres Änderungsantrages haben wir die Chance verpasst, die vorgenannten Zielgruppen von Fachärzten und Hausärzten für Harsefeld zu gewinnen. Und welcher potenzielle Betreiber eines MVZ sieht sich gerne als eigentlich nicht gewollte „Notlösung“ oder würde in Kenntnis einer erfolglosen Suche der Gemeinde nicht „besondere Konditionen“ verlangen?

Auch unser Antrag, alternativ zum Bau von Wohnungen den Bau einer Seniorenresidenz zu ermöglichen, wurde von den anderen Fraktionen abgelehnt.

Damit haben sich die anderen Fraktionen gegen den Verkauf das Grundstücks an die Bremer Specht-Gruppe, die als Investor das Gesundheitszentrum sowie 55 Pflegeapartments mit 71 Pflegebetten bauen wollte und ca. 40 bis 50 neue Arbeitsplätze geschaffen hätte, entschieden.

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich ein Investor für das beschlossene Vorhaben findet und das Vorhaben nicht zu Lasten des kommunalen Haushaltes in Eigenregie realisiert wird.

Weitere Infos finden sie in unserem Positionspapier zur Ärzteversorgung in Harsefeld.